Seltsame Stille
„Israel und die öffentliche Meinung" -
Der Nahostkonflikt im Spiegel der Medienberichterstattung

Unter diesem Thema fand die diesjährige Veranstaltung der „Initiative 27. Januar" im Bayerischen Landtag statt. In seinem von Hans-Friedrich Luchterhandt verlesenen Grußwort betonte der Landtagspräsident Alois Glück: "Erinnerung und Gedenken dürfen sich aber nicht in der Rückschau auf Vergangenes erschöpfen. Das wäre zu eindimensional. Richtig verstanden, muss Erinnerung auch der Gegenwart und der Zukunft zugewandt sein, damit wir unserer Verantwortung vor der Geschichte gerecht werden." In dieselbe Kerbe schlug der  Gründer der Initiative, Harald Eckert von den „Christen an der Seite Israels". Äußerer Anlass für die Wahl des Themas sei, so Eckert, die offensichtlich einseitig-tendenziöse Nachrichtengestaltung vieler Medien im Libanonkrieg gewesen. So hatten MEDIA-Tenor - ein Mediendienst mit über 200 Mitarbeitern auf vier Kontinenten schwere Vorwürfe insbesondere gegen ARD und ZDF erhoben. Auch der ehemalige Journalist und Islamkritiker Udo Ulfkotte erwähnte in seinem Vortrag schockierende Beispiele für manipulative Berichterstattung.

Im von Harald Eckert und Andreas Späth moderierten Podiumsgespräch stellte Ulfkotte das ärgerliche Faktum heraus, dass Israel häufig unterschwellig als Kriegstreiber und Unterdrücker dargestellt werde, während die Aggressoren von Hisbollah und Hamas als Opfer erscheinen. Diese Suggestion führe, sekundierte Eckert, zu einem durch neueste Studien belegtem Anwachsen des Antiisraelimus in Deutschland. Diesen Zusammenhang sieht auch die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch mit Besorgnis. Bei aller Freude über das neue jüdische Zentrum in München und all die Beweise gelebter Solidarität mit den Juden in Deutschland, gewinnt für Knobloch der Antiisraelismus der Medien eine beängstigende Dimension. Eine seltsame Stille konstatierte der Komoderator Andreas Späth. Dem Vorsitzenden der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis war die Stille um das Thema in den Medien „unheimlich und seltsam". Auch die Wortwahl vieler Medienschaffender empfand er als entlarvend. Verurteilt man den Antisemitismus, so wird vom Holocaust und den Juden gesprochen. Um jeden Zusammenhang von Shoa und Israel zu verwischen schreibt man bei den Kriegen gegen Israel, die nach "dem erklärten Willen der Ahmadinedschads dieser Welt Vernichtungskriege gegen die Juden" sind, immer nur von den Israelis - und die sind damit schon sprachlich getrennt von den Opfern. Dieser Spagat entging auch dem Vorstandsmitglied des Freundeskreises von Yad Vashem, Pfarrer Hans Scholz, nicht. Es muss unsere bleibende Aufgabe sein einen Transfer von Auschwitz in unsere heutige Zeit zu schaffen. Die Berichterstatter hätten dabei ihren Standpunkt, der die Ergebnisse beeinflusse kritisch zu reflektieren, um allen Seiten gerecht zu werden und der festgestellten tendenziös-antiisraelischen Berichterstattung entgegenzuwirken, so Scholz.

Einen würdigen Rahmen erhielt die Veranstaltung zusätzlich durch die zu Herzen gehende Musik der Klezmerband des St. Anna-Schulverbundes unter Leitung von  Peter Schneider.