Holocaustgedenktag 2006 am 26.01.2006 im Senatssaal


Grußwort von
Barbara Stamm, MdL
Vizepräsidentin des Bayerischen Landtags

Im Namen des Schirmherrn des heutigen Abends, Herrn Landtagspräsidenten Alois Glück, und persönlich begrüße ich Sie alle im Bayerischen Landtag zu dieser Gedenkveranstaltung an den Holocaust.

Im November vergangenen Jahres erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum „Internationalen Holocaust-Gedenktag“. Er fällt zeitlich zusammen mit dem in Deutschland vor 10 Jahren eingeführten „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“.
Jeweils am Jahrestag der Befreiung der Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz erinnern wir an die systematische Ermordung von 6 Millionen Juden und anderen Opfern – ein beispielloses Verbrechen, unter das niemals ein Schlussstrich gezogen werden kann.

Bundespräsident Horst Köhler sagte Anfang dieser Woche bei der Vorstellung eines Zeitungsprojektes deutscher und polnischer Jugendlicher, dass die Vergangenheit in das heutige Leben gebracht werden müsse. Dabei könne man über alles reden, auch über die Leiden der Deutschen. Es sollte aber nie vergessen werden, „was der Ausgangspunkt war“. Soweit der Bundespräsident!

Ja, es ist notwendig, die Erinnerung an den abscheulichen Völkermord und seine Ursachen und Quellen wach zu halten. Denn es zeigt sich, dass auch heute noch und immer wieder rassistische und insbesondere antijüdische Hetzparolen die Sicherheit des Staates Israel und das Leben von Menschen jüdischen Glaubens bedrohen.

Das Motto des heutigen Abends – „Von Auschwitz nach Teheran“ – geht unter die Haut. Es schlägt sinnfällig eine Brücke von der scheinbaren Vergangenheit in die Gegenwart mit ihren leider allzu gefährlichen Brandherden in der Welt.
Die schwere Erkrankung des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon hat plötzlich wieder jedermann klar gemacht, wie labil die politische Situation im Nahen Osten nach wie vor ist.
Noch bedrohlicher sind jedoch die in jüngster Zeit wiederholt laut gewordenen israelfeindlichen Äußerungen des iranischen Staatspräsidenten. Sie haben in vielen Staaten Europas und in der Welt Empörung und Fassungslosigkeit hervorgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel wies die Drohungen aus Teheran als „vollkommen inakzeptabel“ zurück. Zugleich betonte sie unmissverständlich die Solidarität mit dem Staat Israel und mit dem jüdischen Volk.
Das Existenzrecht Israels in Frieden und Sicherheit darf in keinster Weise gefährdet werden – auch das i

st eine der zentralen Lehren aus dem Menschheitsverbrechen des Holocaust.

Der heutige Abend ist Ausdruck der christlich-jüdischen Verständigung und des Dialogs – aber auch der solidarischen Verbundenheit mit Israel. Dafür stehen die beiden Veranstalter – die „Initiative 27. Januar“ und das Aktionsforum „Am Echad“.

Ich wünsche der Veranstaltung, dass sie getragen ist vom klaren Bekenntnis gegen Antisemitismus und gegen Anti-Israelismus.
Ich heiße Sie dazu nochmals sehr herzlich im Bayerischen Landtag willkommen!